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DRSL-Rennberichte

Bericht

Name des Laufes:11. RWW Ruhrauenlauf
mehr zum Lauf: VID2200
Datum des Laufes:27.8.2005 (Sat)
Ort:Mülheim an der Ruhr
Plz:D4
Homepage:http://www.rww.de/1aktuelles/ruhrauenlauf/ruhrauenlauf.htm
Strecken:5k, 10k
Beschaffenheit:40% Asphalt, 55% gute Schotterwege, 5% Holzplanken, 1% schlechter Schotter
Profil:Wellig
Wetter:bedeckt, trocken, ca. 22° C, kein Wind
Teilnehmer:800 beim 10k
Name des Berichtenden: Schroeder LID114
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Bericht vom 28.8.2005 (Sun)
Ich versuch es gar nicht erst, objektiv zu schreiben, dazu bin ich noch viel zu aufgekratzt...
Wiedermal der Ruhrauenlauf, heuer die 11. Auflage. Gehe mit gemischten Gefühlen an den Lauf. Vor den Ferien hatte ich auf einem relativ rekord-freundlichen Kurs einen vergeblichen Angriff auf die 45:00 gestartet. Der Ruhrauenlauf kann nicht als Bestzeit-Killer gelten, dazu hat er zu deutliche Höhenunterschiede und relativ viele enge Kurven und Kehren. Also nicht zu erwarten, dass ich es hier mal endlich schaffe, eine 44er Zeit zu laufen. Ich will aber meine Form konsolidieren, vielleicht klappt es dann ja endlich in drei Wochen bei Bunerts Lichterlauf auf der Flachstrecke um die Duisburger Regatta-Bahn.
Ich spare mir mal die Beschreibung der Veranstaltung (gut organisiert, ausser dem Gewusel nach den Bambini-Läufen mit vordrängelnden Eltern bei der Medaillen-Ausgabe...), bis 17:00 Uhr war es ein netter sonniger Nachmittag. Rechtzeitig zum Einlaufen ziehen Wolken auf, also weder Mütze noch Sonnenbrille nötig. Ich trabe mich irgendwie lustlos ein, die Beine fühlen sich nicht puddingartig an (was ja auf eine gute Form schließen ließe, wenn ich einige Wettkampfberichte richtig verstanden habe). Eigentlich haben sie den ganzen Nachmittag sogar leicht "gezogen", irgendwie -schwer zu beschreiben- fast muskelkaterartig. Sollte die Streckenbesichtigung Donnerstag im mittleren Dauerlauftempo Ursache sein?
Wie auch immer: als einer der ersten gehe ich zum Startbereich, quatsche noch ein bisschen mit den Freunden und Bekannten, die hier mitrennen, und ordne mich halbwegs richtig ein.
Fünf, vier, drei, zwei, eins, Schuss! Auf geht's, zügig, aber locker bleiben! Der erste Kilometer ist flach, die Abfahrt vom Kirmesplatz auf die Wege durch die Ruhraue ist der einzige kritische Punkt nach 200m, bei dem es schonmal ein wenig drängelig wird. Geht aber problemlos, auch später sind relativ wenige Überholungen nötig, um meinen Platz zu finden. Werde auch selbst nicht besonders oft überholt und "stehe" nicht im Weg.
Kilometer 1, mal sehen: 4:13,46. Oha, hoffentlich nicht überzockt. Locker bleiben!
Weiter geht es flach durch die Aue, unter der Mendener Brücke durch und danach auf den Ruhrdeich hinauf. Eine kleine fiese Rampe, die mich schon aus dem Rythmus bringen könnte. Aber es läuft gut, oben auf dem Deich schnell wieder im Tritt. Neben mir eine bemerkenswert attraktive Läuferin, aber auch das lenkt mich heute nicht ab. Ach ja:
Kilometer 2, 4:24,51. Ganz ordentlich, aber trau keinem Kilometer unter 3. Ganz besonders nicht beim Ruhrauenlauf, denn nach Kilometer 2 geht es den Deich hinunter und nach ein paar Hundert Metern leicht, aber deutlich bergan zum Park hinter'm Kloster Saarn. Kann hier sehr schön anfangen weh zu tun, wenn man zu schnell angegangen ist. Also die erste Schlüsselstelle:
Kilometer 3, 4:30,50. Ups, nicht schlecht. Da keimt doch glatt die Hoffnung auf 44:xx ...
Jetzt nicht euphorisch werden und weiter auf ein gutes Gefühl und lockeres Laufen achten. Es geht noch etwas bergan, danach fast flach auf dem Saarner Damm (früher mal ein Eisenbahn-Damm) entlang. Kurz vor Kilometer 4 kurvig und etwas steil hinunter auf das Auen-Niveau.
Kilometer 4, 4:30,66. Das ist ok, aber der Hammer kommt ja erst noch, also Hoffnung nur wenig begießen. Apropos: Bei der Verpflegungsstelle nur Wasser über meine Birne gegossen, Trinken sollte heute nicht nötig sein.
Bis Kilometer 5 ist es fast flach, ich komme gut voran. Der Respekt vor dem nächsten Abschnitt beherrscht meine Gedanken. Aber erst einmal:
Kilometer 5, 4:28,83. Geil, ohne Druck unter 4:30. Aber jetzt kommt _die_ Schlüsselstelle des ganzen Rennens: der Anstieg zum Fossilienweg. Es gilt, auf etwa 300m 20-30m Höhe zu gewinnen. Ich mache kleinere Schritte und nehme etwas Gas raus. Oben atme ich dennoch schwerer und die ersten Meter auf dem flachen Fossilienweg fühlen sich komisch an. Aber ich komme schnell wieder in meinen Tritt. Welche Zeit Kilometer 6 wohl bringt? Alles unter 4:40 ist bestimmt gut. Ach, sieh lieber zu, im gut im Tritt zu bleiben, um den nächsten Kilometer mit dem "Abstieg" zur Ruhr locker und schnell zu nehmen!
Kilometer 6, 4:41,77. Was sagt mir das jetzt? Kein Einbruch, alles ok, weitermachen! Es geht durch das MüGa-Kerngelände (Mülheimer Landes-Gartenschau 1992) hinab auf's Ruhr-Niveau. Ich versuche, das Gefälle tempodienlich mitzunehmen, und erreiche
Kilometer 7, 4:22,20. Jo, jetzt kann ich langsam meine Hoffnung auf sub45 zur Gewissheit reifen lassen. Allerdings: der nächste Kilometer ist sehr unangenehm. Es geht flach vor der Stadthalle her, dann etwas bergan auf einem Holzplankenweg über der Ruhr am RWW-Hauptsitz vorbei. Dann auf einem durch kleinere Wellen abwechlungsreichen Weg am Ruhrufer entlang. Bevor die Ruhr auf dem Gerbersteg überquert wird, muss dieser über eine kleine Rampe mit einer 90-Grad Ecke und einer Spitzkehre erreicht werden. Gut, dass das Feld auseinander gezogen ist. Auf dem Gerbersteg kommt
Kilometer 8, 4:33,26. Na, zu früh gefreut, kackst du jetzt ab, lieber Peter? Also jetzt mal etwas mit dem Beissen anfangen. Es geht etwa 700 Meter gerade und flach auf einem Asphaltweg der Dohne, einer Ruhrinsel, entlang. Tempo halten, aber ganz langsam wird es etwas unangenehm. Der Weg steigt zur Florabrücke an, die wir aber links liegen lassen, um rechter Hand das Kahlenbergwehr zu überqueren. Hier sind wieder Michael-Schumacher-Qualitäten gefordert, um die vier rechtwinkligen Richtungsänderungen ohne schmerzhaften Stahlgeländer-Kontakt und -wichtiger- ohne zu großen Tempoverlust zu überstehen. Bizarr: ein Abschnitt des Weges auf dem Walzenwehr ist durch uns Läufer so in Schwingung geraten, dass ich dort kurzzeitig wie auf Eiern renne. Liegt wirklich nicht an meinen Beinen.
Kilometer 9, 4:32,20. Wow, jetzt kann eigentlich nix mehr schief laufen! Trotzdem kann ich mich noch nicht freuen, denn 300m vor dem Ziel kommt die Auffahrt zum Kirmesplatz und dann der Spurtbereich. Heute ohne mich, Jungs! Na gut, 30m vor dem Ziel läuft noch jemand auf meine Höhe, und spurtend halte ich dagegen, so dass wir fast gleichzeitig (er wahrscheinlich Zentimeter vor mir) finishen. Boah, jetzt bin ich fertig, kann erstmal nicht sprechen und stütze mich mit den Händen auf meinen Knien ab. Ach Schreck, welche Zeit eigentlich??? Blick auf Stoppuhr, läuft noch, schnell drücken:
Kilometer 10, 4:25,75, im Ziel also nach 44:43! UAAAHHHHH, ich habe die 45-Minuten-Mauer geknackt!!!!! Später noch die Erkenntnis, das ich 8 Sekunden bis zum Drücken der Stoppuhr gebraucht hatte und somit eine 44:35 in der Liste stehen habe. Es kommt, wie es endlich mal kommen musste: eine unbeschreibliche Zufriedenheit, eingetaucht in und verlängert durch ein paar Bierchen mit meine Kollegen. Ein schöner Tag...

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