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DRSL-Rennberichte

Bericht

Name des Laufes:Metro Group Marathon Düsseldorf
mehr zum Lauf: VID1315
Datum des Laufes:8.5.2005 (Sun)
Ort:Düsseldorf
Plz:D4
Homepage:http://www.metrogroup-marathon.de/
Strecken:MA
Beschaffenheit:Asphalt (Stadtmarathon)
Profil:Flach, außer ein paar Brücken keine Steigungen
Wetter:Teils sonnig, teils heftige Schauer
Teilnehmer:3591 im Ziel
Name des Berichtenden:(nur für eingeloggte Nutzer sichtbar)
(Autor-LID zuordnen: Login und [Edit])

Bericht vom 9.5.2005 (Mon)
VWKGJ:

Nach meinen beiden ersten Marathons letztes Jahr im Sept. und Nov. nun also der dritte. Langsam kommt Routine auf... ;-)

Das Ziel, dieses Jahr die 4:15 zu knacken, hatte ich schon im Vorfeld zu den Akten gelegt. Wer als Schönwettterläufer im Winter nur

eine Einheit pro Woche macht, darf im Frühjahr eigentlich gar keinen Marathon laufen. Meine Vorbereitung begann somit erst 8 Wochen

vor dem Lauf mit Umfängen von ca. 50 km/Woche. In der Zeit gab es mal gerade einen einzigen langen Lauf mit 30 km. Also keine

erfolgversprechende Vorbereitung. Aber ich war ja angemeldet...

Also sah das Ziel so aus, dass irgendwas zwischen 4:20 und 4:30 angepeilt war. Schließlich wäre eine 4:29 ja schon neue PB. ;-)

Der Wettkampftag:

6:00 - Der Wecker klingelt...

1,5 Sekunden und einen Faustschlag später ist er wieder ruhig. Das Spiel wiederholt sich noch zweimal - um 6:30 stehe ich auf und

schaue aus dem Fenster. Der erste Gedanke ist: LEG DICH WIEDER INS BETT! Es regnet in Strömen; das Wetter scheint zu halten, was die

Vortage versprochen haben. :-( Naja, aber man(n) will ja später nicht als Weichei dastehen. Also los, um acht fährt der Zug...

Auf dem Weg mit der Bahn von Aachen nach Düsseldorf wird das Wetter dann auch etwas freundlicher. Um kurz vor zehn im Startbereich

bricht sogar die Sonne durch die Wolkenlücken. Na also! Geht doch...

Es ist auch gut, dass Petrus ein Einsehen hat - denn die Veranstalter haben leider keine überdachten Umkleidemöglichkeiten vorgesehen.

Die Kleiderbeutel werden etwas lieblos am Rheinufer gestapelt - auf die Frage, was bei den zu erwartenden Regenfällen damit passiert,

wird lapidar was von "dann fahren wir die Markise raus" gefaselt. Dazu später mehr...

Um 10:30 fällt der Startschuss. Und obwohl ich aus dem letzten Block des doch sehr überschaubaren Feldes starte, komme ich schon nach

drei Minuten über die Startlinie. Ich habe mir vorgenommen, mir ca. 6:15/km loszulaufen und dann auf der zweiten Hälfte mal zu sehen,

ob ich das Tempo vielleicht steigern kann. Die ersten 5 km gehen in 31:23 weg, also ziemlich nach Plan. Danach werde ich geringfügig

schneller, fühlt sich aber alles noch ziemlich gut an. Kurz vor Kilometer 8 beginnt es zu regnen. Aber der befürchtete Wolkenbruch

bleibt zunächst aus. Das Publikum ist zwar nicht so zahlreich vertreten wie beim Köln-Marathon, aber für die Wetterverhältnisse sind

noch erstaunlich viele Leute an der Strecke. Bei km 12 dann die erste Läuferin mit Kreislaufkollaps. Eine Staffelläuferin

fortgeschrittenen Alters. Da eine Passantin schon fachkundige Hilfe leistet und ein zweiter Zuschauer über Handy den Notarzt anruft,

halte ich mich nur wenige Sekunden auf und laufe weiter. Hoffentlich war das nix schlimmes...

Kurz vor km 20 spüre ich dann plötzlich einen leichten Schmerz im linken Knie. Das ist nun eindeutig zu früh. :-( Ich versuche, ganz

bewusst auf meinen Laufstil zu achten und da für km 21 ohnehin die Verpflegungsübergabe durch meinen Support vorgesehen ist, gehe ich

ein paar Meter und fülle meine Trinkfläschen mit der überreichten Maltodextrin-Lösung. Nach dem Weiterlaufen ist der Schmerz dann auch

verschwunden. Die HM-Marke passiere ich mit 02:11:04 - damit scheint das angestrebte Minimalziel (unter 4:30) nun doch locker zu

erreichen zu sein.

Das Wetter ist insgesamt recht ansehnlich. Ab und an regnet es ein wenig, aber nie so stark, dass es wirklich stören würde. Ich

versuche, das Tempo bei 6:00/km zu halten. Damit sollte dann sogar noch eine Zeit unter 4:20 drin sein. Das funktioniert auch bis

ungefähr Kilometer 28. Dann geht's eine Brücke hoch. Nicht wirklich das, was man eine richtige "Steigung" nennt - aber verbunden mit

dem Gegenwind stelle ich an der nächsten Kilometer-Markierung mit Entsetzen fest, dass der letzte Kilometer mit 6:42 doch erheblich zu

langsam war. Ich versuche, das Tempo wieder anzuziehen. Die beiden nächsten km liegen dann auch unter 6:00 - aber langsam merke ich

doch das mangelnde Training. Bei km 34 zeigt die Uhr 3:30:34. Kopfrechnen geht noch - und ich stelle fest, dass die 4:20 noch

"passen", wenn ich nicht unter 6:00/km falle. Gleichzeitig beruhigt mich der Gedanke, dass selbst ein 7er-Schnitt mich nicht mehr über

die 4:30 zieht. Jetzt kann also nix mehr passieren. ;-)

Doch dann passiert doch noch etwas: Bei km 35 beginnt sich das Wetter von der befürchteten Seite zu zeigen. Erst heftigster Regen und

dann Graupelschauer. Mist! Wo ich doch ein Schönwetterläufer bin... Mein rechter Oberschenkel meldet sich und buhlt abwechselnd mit

meinem linken Knie um meine ungeteilte Aufmerksamkeit. Nix da! 4:20, 4:20, 4:20, ... Krampfhaft versuche ich das Tempo zu halten, bei

km 36 zeigt die Uhr 6:02 für den letzten Kilometer. Aber die Kilometerzeiten für die nächsten Kilometer gehen dann doch auf 6:15 hoch.

Wird also nichts mit den 4:20. Ich werde langsam wütend. Wütend auf das Dreckswetter und wütend auf meine untrainierten Knochen. Auf

dem letzten Kilometer versuche ich dann nochmal sowas wie einen Endspurt - und im Ziel sind es dann 4:21:20.

Hinter der Ziellinie stelle ich dann fest, dass das Unwetter aufgehört hat. ;-) Ich kriege eine Medaille und hätte auch gerne so eine

reflektierende Plane, mir wird nämlich plötzlich unangenehm kalt. Nach etwas umherirren finde ich ca. 200 Meter weiter ein Zelt, vor

dem zwei völlig überforderte Mädels die Planen aus einer Kiste kramen. Naja... Ein RedBull und ein Altbier später stelle ich dann

fest, dass die Plane auch nicht wirklich gegen die Kälte hilft. Also hole ich mir meinen Kleidersack ab. Die zu Beginn erwähnt Markise

befindet sich übrigens noch immer in der eingefahrenen Grundstellung - und ich bin nicht der einzige, der die mangelnde Dichtigkeit

der Kleidersäcke an Hand der darin enthaltenen nassen Klamotten diagnostizieren darf. :-( 15 Minuten Wartezeit im Freien vor den

Duschen erscheinen mir dann auch nicht erstrebenswert. Also reim in die Klamotten und schnell das Weite gesucht.

Fazit: Mit dem Verlauf des Marathons und meiner Zeit (fast 9 Min. schneller als meine alte PB) bin ich sehr zufrieden. Die

Organisation auf der Strecke war auch super, nur im Start-/Zielbereich dieses vergleichsweise kleinen Stadtmarathons ist die Planung

in jedem Fall verbesserungswürdig. Da können sich die Organisatoren von der ungeliebten Nachbarstadt noch das eine oder andere

abschauen.

ciao
volker
Diskussion:(drslv-Message-ID zuordnen: Login und [Edit])

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