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DRSL-Rennberichte

Bericht

Name des Laufes:Bottroper Herbstwaldlauf
mehr zum Lauf: VID2445
Datum des Laufes:30.10.2005 (Sun)
Ort:Bottrop
Plz:D4
Homepage:www.adler-langlauf.de
Strecken:5,2km, 10km, 25km, 50km
Beschaffenheit:Befestigter Waldboden
Profil:flach
Wetter:sonnig, trocken
Teilnehmer:ca. 150 (50 km)
Name des Berichtenden:(nur für eingeloggte Nutzer sichtbar)
(Autor-LID zuordnen: Login und [Edit])

Bericht vom 1.11.2005 (Tue)
Am Sonntag war es also soweit - mein erster "Ultra". Damit sollte zumindest eines meiner beiden Ziele für 2005 noch erreicht werden. Das erste - nämlich

einen Marathon in Sub4 - hatte ich schon opfern müssen, weil ich in Köln als Begleiter für den Debütmarathon meiner Freundin mitgelaufen war. Nun sollte

wenigstens das zweite Ziel, eine Strecke jenseits der Marathon-Distanz zu finishen, erreicht werden.

VWKGJ:

Nachdem ich nach dem Köln-Marathon erhebliche Probleme mit dem linken Knie hatte, konnte ich die Wochen danach nur wenig laufen. Mit durchschnittlich 29

Kilometern/Woche in den letzten sechs Wochen war ich nicht eben toll vorbereitet.

Ursprünglich wollte ich mit 4:59 ins Ziel, also einen knappen 6er Schnitt laufen. Nach der mäßigen Vorbereitung hieß das Ziel aber nur noch: "Halbwegs

beschwerdefrei ankommen". ;-)

Der Wettkampf:

Um halb sechs geht der Wecker - dank der Zeitumstellung eigentlich erst um halb sieben, also unproblematisch. Ich bin eine Stunde vor dem Start auf dem

Zechengelände und kann mich in Ruhe umziehen und meine Klamotten in der Weißkaue verstauen. Sowas kannte ich bislang ja nur aus dem Fernsehn. ;-)

Um 9:15 geht es los, zusammen mit schätzungsweise ca. 150 Läuferinnen und Läufern.

Der erste Kilometer ist mit knapp 5:30 zu schnell, also versuche ich erstmal mein Tempo zu finden. Kilometer 2 läuft dann mit 5:59 schon besser. Das

Teilnehmerfeld zieht sich bereits hier schnell auseinander.

Ein Mädel holt mich ein, lächelt mich an und meint "coole Frisur". Ja, meine Haarfarbe ist häufig ein Aufhänger für ein Gespräch. ;-) Sie macht einen

ziemlich drahtigen Eindruck, wir unterhalten uns ein wenig und sie erzählt, dass sie seit 2001 diesen Ultra läuft. Sie fragt mich, ob das mein erster Ultra

ist (wieso scheint sie mir das anzusehen *grübel*), ich bestätige das und gebe zu bedenken, dass die Distanz ja "nur" acht Kilometer länger ist als die

Marathonstrecke. Sie lacht und meint, ich solle das mal nicht unterschätzen, dass könnten noch lange acht Kilometer sein. (An diese Worte werde ich noch

zurückdenken - dazu später mehr.) Ich stelle fest, dass sie mir zu schnell läuft (5:38 für Kilometer drei) und lasse sie ziehen. Die nächsten Kilometer laufe

ich relativ gemütlich in ca. 6:10, bei Kilometer 10 bin ich eine Stunde und 20 Sekunden unterwegs.

Ich genieße das schöne Wetter und versuche mich an eine Gruppe zu halten, die ebenfalls so ungefähr einen 6er Schnitt läuft. Insgeheim spekuliere ich doch

noch mit einer Zeit sub5. Die erste der beiden 25km-Runden drücke ich mit 2:30:48 ab. Ich fühle mich noch gut, glaube aber nicht wirklich, dass die zweite

Runde schneller geht. Aber egal, ich setze mich nicht unter Druck. Kurz vor Kilometer 29 bleibe ich zum ersten Mal bei einer Verpflegungsstelle stehen.

Bislang habe ich die angebotenen Getränke im Gehen zu mir genommen. Jetzt muss ich die dort wartende Eigenverpflegung in meinen Flaschengurt umfüllen. An mir

vorbei gehen einige 25er, denen anscheinend schon hier, knapp 4 Kilometer vor Ihrem Ziel, die Puste ausgeht. Naja, die haben es ja bald geschafft - vor mir

liegen noch über 21 Kilometer. Weiter geht's...

Ich merke langsam, dass es anstrengend wird. Meine Zeiten bewegen sich in Richtung 6:30, die Pausen an den Verpflegungsständen werden länger und kosten jetzt

fast eine Minute pro Verpflegungsstand. Dafür sind die Leute dort echt klasse. Jeder Läufer, der sich auf den Stand zuschleppt, wird mit Applaus und Jubel

begrüßt und man bekommt gute Wünsche für die restliche Strecke mit auf den Weg. Bei Kilometer 35 zeigt die uhr 3:35. Das war bei meinen bisherigen Marathons

immer der Punkt, wo ich anfing, die Kilometer bis ins Ziel zu zählen. Und spätestens bei km 40 hatte man dann das gute Gefühl, es bald geschafft zu haben.

Diesmal wollte sich bei km 40 kein gutes Gefühl einstellen. Im Gegenteil, es schienen noch heftige 10 Kilometer auf mich zuzukommen.

Irgendwann tauchte ein großes "M" auf dem Boden auf, die Uhr zeigte 4:23, jetzt war ich also zum ersten Mal jenseits der Marathondistanz unterwegs. Wieso

eigentlich? Warum mache ich sowas? Wo doch alles weh tut... Meine Beine fühlen sich an, als wenn eine Planierraupe darüber gefahren wäre. Ich merke, wie ich

langsamer werde, versuche nochmal, das Tempo zu halten. Kilometer 44 drücke ich mit 6:22 ab. Das fühlt sich aber an wie zwei Minuten schneller. Noch sechs

Kilometer... Die Beine fühlen sich inzwischen an, als ob der Planierraupenfahrer sich entschlossen hätte, sie als Übungsgelände für "Wenden in zwei Zügen" zu

benutzen. Jetzt nur weiterlaufen. Ich sammel noch ein paar Fußgänger ein - die sehen noch fertiger aus als ich. Zwischen Kilometer 46 und 47 der letzte

Verpflegungsstand. Ich versuche meine Beine mit ein paar Bechern Malzbier und Cola zur weiteren Mitarbeit zu überreden. Klappt auch, jetzt weiß ich, dass ich

die letzten paar Kilometer auch noch schaffe. Den letzten Kilometer dann nochmal in 5:45 (hier ein Bild von Kioometer 49,7: ) und ICH HAB ES GESCHAFFT! Die Zeit ist zwar mit 5:16 nicht mal in

der Nähe von sub5, aber angesichts der reduzierten Erwartungen ist mir das auch reichlich egal.

Fazit:

Erstmal ein Kompliment an die Organisatoren! Der Lauf war perfekt organisiert, die Verpflegung auf der Strecke war super und die Leute total nett und

freundlich! Obwohl die letzten Kilometer ziemlich anstrengend waren, hat der Lauf großen Spass gemacht. Gestern war ich zwar noch etwas vom Muskelkater

geplagt, aber heute kann ich wieder beschwerdefrei laufen. ;-) Mein Knie hat ohne jeden Mucks durchgehalten, die Schonzeit vorher hat sich also rentiert,

auch wenn ich die fehlenden Vorbereitungskilometer gegen Ende des Laufs gemerkt habe.

Und die Ziele für nächstes Jahr sind auch schon gesteckt: Der schon erwähnte Marathon in sub4 und ein Lauf mit mindestens 60 Kilometern. ;-)

ciao
volker
Diskussion:(drslv-Message-ID zuordnen: Login und [Edit])

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